„Unter den Studienabbrechern sind sehr viele hochtalentierte junge Menschen, die nach ihrer Zeit an der Hochschule nach einer sinnstiftenden Tätigkeit suchen“, betont Katharina Schütz, Teamleiterin Ausbildungsbetreuung – Berufsorientierung bei der Handwerkskammer Region Stuttgart. Die Gründe, die zum Abbruch eines Studiums führen, sind oftmals mangelnde Leistung, falsche Vorstellungen vom Studium und letztendlich oftmals der Wunsch nach einer handwerklichen, praktischen Tätigkeit. Doch häufig fängt das Dilemma, das zum Studienabbruch führt, bereits in der Schulzeit an. „Eltern wünschen sich für ihr Kind möglichst einen hohen Schulabschluss, das Abitur muss es schon sein und danach natürlich ein Studium“, erzählt Katharina Schütz. „Obwohl einige Jugendliche die Zeit bis zum Abitur mehr schlecht als recht bewältigen, gilt oft: Wer einmal das Abi in der Tasche hat, der strebt zuallererst den Weg Richtung Hochschule an.“
Dabei liegt die Erwerbslosenquote von Technikern und Meistern seit über 10 Jahren unter der von Akademikern. Die Verdienstmöglichkeiten einer Handwerksmeisterin oder eines Handwerksmeisters sind in etwa gleichzusetzen mit denen eines Bachelorabsolventen- oder eines Absolventen an der Uni – oftmals stehen Handwerksmeister finanziell sogar besser da als Akademiker, die ihr Bafög zurückzahlen müssen. Hinzu kommen sehr gute Aufstiegschancen, denn Tausende von Handwerksbetrieben suchen dringend Fachkräfte und Nachfolger.
Wer sich unsicher ist, ob ein Studium noch das richtige ist, der findet in der dualen Handwerksausbildung neue Perspektiven. Katharina Schütz weiß: „Wer ein Studium abbricht, für den ist, außer ein paar vergeudeten Semestern, nichts verloren. Ein Neustart im Handwerk verhilft vielen Studierenden wieder zu mehr Selbstbewusstsein und Motivation.
Es gibt zahlreiche Lebensläufe von jungen Menschen, die zwei oder drei Semester lang als Student eingeschrieben aber immer wieder mit Zweifeln konfrontiert waren. Es fehlte manchen an Perspektive, an der Leidenschaft für das, was sie machen. In einer handwerklichen Ausbildung angekommen, finden sie oftmals endlich das, was sie im Hörsaal und Seminarbetrieb vermisst haben. Wer als Studienabbrecher einsteigt, profitiert zudem von der verkürzten Ausbildung – als Abiturient kann gleich im zweiten Lehrjahr losgelegt werden.
„Eine Ausbildung im Handwerk ist eine attraktive Alternative zum Studium,“ so Schütz. „Die Handwerkskammer hilft dabei, den Neustart nach dem Studienabbruch problemlos hinzubekommen. Sie unterstützt bei der Berufsorientierung und informiert über berufliche Perspektiven nach dem zweiten Start.
Informationen zu Handwerksberufen, freie Lehrstellen und Praktika in der Region gibt es unter www.hwk-stuttgart.de, in der App „Lehrstellenradar“ oder unter www.azubiTV.de oder am Telefon unter 0711 1657-0 und bei der Kreishandwerkerschaft Böblingen unter 07031 76319-3.

