Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge verzeichnet mit 587 neu eingetragenen Ausbildungs-verhältnissen einen Anstieg im Landkreis um +2,3% gegenüber dem Vorjahr und pendelte sich damit auf dem Niveau von 2019 ein. In Zeiten von Corona konnte das Handwerk auch in der gesamten Region Stuttgart mit +1,3% einen Zuwachs erzielen. In Sachen Verteilung ist auffällig, dass der Anteil der Schulabgänger mit dem mittleren Schulabschluss (+3,2%), dem Abitur oder der Fachhochschulreife (+5,2%) in der Region angestiegen ist. Zu den Top-Ten-Berufen gehörten zum Jahresabschluss 2021, die Berufe Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Anlagenmechaniker/-in Sanitär, Heizung und Klima, Elektroniker/-in, Friseur/-in, Maler und Lackierer/-in, Tischler/-in, Zimmerer/-in, Kaufmann/frau für Büromanagement, Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk und Augenoptiker/-in. Im Handwerk selbst gibt es neben den Top-Ten-Berufen mit über 130 Berufen noch eine viel größere Anzahl an interessanten und zukunftsorientierten Berufsmöglichkeiten, so der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Böblingen Thomas Wagner.
Trotz pandemiebedingter Einschränkungen bei der Nachwuchswerbung konnte man in der Region Stuttgart im Handwerk eine Etappe im Zuge der Berufsorientierung für sich entscheiden. Das Handwerk steht bei Jugendlichen in der Region derzeit wieder höher im Kurs und eine gute Ausbildung im Handwerk erfährt auch dank einer anhaltend guten Konjunktur in vielen Branchen eine neue Wertschätzung. Im Rahmen der personellen Entwicklung bietet das Handwerk seinen Nachwuchskräften nach der erfolgreich abgelegten Gesellenprüfung ein breites Spektrum an Weiterqualifikationen wie den Meister oder Betriebswirt des Handwerks als auch Studiengänge an um damit in der Karriereleiter nach oben zu kommen, weis der Kreishandwerksmeister Wolfgang Gastel zu berichten.
Sowohl Gastel als auch Wagner weisen jedoch darauf hin, dass sich die Berufsorientierung trotz der kleinen Erfolge nach wie vor mehr als schwierig gestaltet. Denn, landesweit sind die Ausbildungszahlen bereits zum dritten Jahr in Folge rückläufig. Im Jahr 2021 um -2,1%. Die Erfahrungen aus der vielseitigen Gremienarbeit beider zeigt auf, dass noch nie soviel junge Menschen so unentschlossen und verunsichert bei der Berufswahl waren wie das momentan der Fall ist. Auch im zweiten Jahr der Pandemie ist das Kennenlernen zwischen Jugendlichen und den Unternehmen jeglicher Branchen erschwert gewesen. Insofern hofft man nun, dass mit den Ausbildungsmessen im Oktober – der IBIS und der Interkom – diese Kanäle wieder besser bespielt werden können und final zur Auszubildenden-akquise beitragen. Im Handwerk gibt es nach wie vor eine große Anzahl an offenen Ausbildungsplätzen, deren Besetzung wichtig ist – denn nur so kann dem Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden.


